Die Eurozone

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   Mitglieder der Eurozone
   WKM-II-Mitglieder
   EU-Mitglied mit festem Wechselkurs zum Euro (Bulgarien)
   EU-Mitglied mit freiem Wechselkurs zum Euro
   Nicht-EU-Mitglieder ohne Beziehung zum Euro
   Nicht-EU-Mitglieder, die den Euro benutzen
   Nicht-EU-Mitglieder mit festem Wechselkurs zum Euro (Bosnien und Herzegowina)

Als Eurozone (im amtlichen Sprachgebrauch Euro-Währungsgebiet oder Euroraum, umgangssprachlich auch Euroland) wird die Gruppe der Staaten bezeichnet, die den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Im engeren Sinn bezieht sich der Ausdruck auf die 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (kurz Euro-17), die Vollmitglieder der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sind. Die nationalen Zentralbanken dieser Staaten bilden zusammen mit der Europäischen Zentralbank das Eurosystem, das für die Geldpolitik in der Eurozone verantwortlich ist. Im Rahmen der Euro-Gruppe erfolgt die wirtschaftspolitische Koordination der Länder der Eurozone.

In einem weiteren Sinn umfasst der Begriff Eurozone auch noch weitere Staaten, die ebenfalls den Euro eingeführt oder ihre Währung an diesen gekoppelt haben.

Eurozone im weiteren Sinn

Staaten und Gebiete außerhalb der EU, die den Euro als Währung nutzen

Mit formellen Abkommen
Mehrere Staaten außerhalb der EU benutzen den Euro als ihre offizielle Währung. Für eine Einführung, welche das Recht auf Prägung eigener Münzen umfasst, muss ein Abkommen mit der EU und einem Staat der Eurozone geschlossen werden. Solche Vereinbarungen gibt es mit Monaco, San Marino und dem Vatikan.

Solche Vereinbarungen wurden auch für zwei französische Überseegebiete geschlossen. Saint-Pierre und Miquelon vor der Küste Kanadas und Mayotte im Indischen Ozean, welche zum Zeitpunkt der Euro-Einführung nicht zur EU gehörten und dennoch den Euro als Währung benutzen dürfen. Sie dürfen jedoch keine eigenen Münzen prägen und Scheine drucken. Am 31. März 2011 wurde Mayotte als 101. Département Frankreichs Überseegebiet der Europäischen Union und damit Teil der Eurozone.

Ohne formelle Abkommen
Andorra besitzt keine eigenen Euromünzen. Verhandlungen zwischen der EU und Andorra über den offiziellen Status des Euro in Andorra blieben bislang ohne Ergebnis.

Montenegro und der Kosovo benutzen den Euro seit seiner Einführung. Eine Vereinbarung mit der EZB über die Verwendung des Euro besteht nicht. Im Kosovo ist außerdem noch der Serbische Dinar im Umlauf, welcher von den serbischen Minderheiten benutzt wird.

Mit der Einführung des Euro in Zypern haben auch die britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia, den Euro auch übernommen.

Seit der Aussetzung des Simbabwe-Dollar im April 2009 gilt der Euro auch in Simbabwe neben dem US-Dollar und Südafrikanischen Rand als gesetzliches Zahlungsmittel.

Staaten und Gebiete, die ihre Währung an den Euro gebunden haben [

Einige Staaten haben ihre Währung zu einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Wirtschaftlich hat das ähnliche Auswirkungen wie eine einseitige Einführung des Euro, durch die Fortexistenz einer nominal eigenen Währung ließe sich diese Bindung jedoch etwa bei einer währungspolitischen Neuorientierung leichter aufheben.

Die Währung von Kap Verde ist an den Euro gebunden, weil der Kap-Verde-Escudo vor der Euroeinführung an den portugiesischen Escudo gebunden war. Die Währung von Bosnien und Herzegowina, die Konvertible Mark, war vor der Euroeinführung an die D-Mark gebunden, welche vom Euro abgelöst wurde. Der CFA-Franc und der Komoren-Franc, welche in früheren Kolonien Frankreichs benutzt werden, und der CFP-Franc, welcher in den Französischen Überseegebieten im Pazifik benutzt wird, sind an den Euro gebunden, da sie vorher an den französischen Franc gebunden waren.

Mit Bulgarien und Litauen haben auch zwei EU-Mitgliedstaaten ihre Währung in einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Der Lew, die bulgarische Währung, wurde 1999 im Verhältnis 1:1 an die Deutsche Mark gekoppelt, so dass die Währung heute einen festen Umrechnungskurs von 1,95583 BGN = 1 EUR hat. Die Einführung des Euro selbst scheiterte jedoch bislang an der bulgarischen Inflation, die zu hoch für die Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien ist. Der litauische Litas war seit 1994 erst an den US-Dollar gebunden, im Vorfeld des litauischen EU-Beitritts wurde er im Februar 2002 im Kurs von 1 EUR = 3,4528 LTL auf Euro umgestellt.

Staaten, die ihre Währung mit bestimmten Wechselkursbandbreiten an den Euro gebunden haben

Einige EU-Mitgliedstaaten haben ihre Währung nicht fest, sondern nur innerhalb einer bestimmten Wechselkursbandbreite an den Euro gebunden.

Derzeit (Stand: Januar 2011) haben Dänemark, Lettland und Litauen ihre nationalen Währungen über den WKM II an den Euro gekoppelt.

Quellen

 

Mitglieder der Eurozone

Land Einführung Ausnahmen
Belgien 1. Jan. 1999
Deutschland 1. Jan. 1999 Büsingen
Estland 1. Jan. 2011
Finnland 1. Jan. 1999
Frankreich 1. Jan. 1999 Neukaledonien
Französisch-Polynesien
Wallis und Futuna
Griechenland 1. Jan. 2001
Irland 1. Jan. 1999
Italien 1. Jan. 1999 Campione d’Italia
Luxemburg 1. Jan. 1999
Malta 1. Jan. 2008
Niederlande 1. Jan. 1999

ehemalige Niederländische Antillen:

Curaçao
Sint Maarten

BES-Inseln
Österreich 1. Jan. 1999
Portugal 1. Jan. 1999
Slowakei 1. Jan. 2009
Slowenien 1. Jan. 2007
Spanien 1. Jan. 1999
Zypern 1. Jan. 2008 Türkische Republik Nordzypern Türkische Republik Nordzypern