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Der Kubanische Peso Convertible (CUC)

Der Peso convertible (spanisch peso cubano convertible), abgekürzt CUC und im Volksmund auch Chavito oder Fula genannt, ist eine von zwei Währungen in Kuba und war ursprünglich als einheimische Alternative zum US-Dollar eingeführt worden. Heute dient er als Verrechnungseinheit zwischen kubanischen Unternehmen sowie als Zahlungsmittel beispielsweise in Geschäften für höherwertige Konsumartikel.

Im Oktober 2013 verkündete die Regierung, einen Plan zur Zusammenführung der beiden parallel verwendeten Währungen verabschiedet zu haben. Angaben zur erwarteten Dauer dessen Umsetzung machte sie dabei jedoch nicht. Jedoch stellte ein im März 2014 veröffentlichtes Gesetz klar, dass im Zuge der Währungskonsolidierung der Peso convertible abgeschafft werden wird. Stand Juni 2019 ist allerdings noch nichts passiert, auch wurde noch kein Zieldatum bekanntgegeben.

Ein Peso convertible ist in 100 Centavos unterteilt. Entgegen seinem Namen ist der Peso convertible nicht frei konvertierbar. Folgende Stückelungen sind i Umlauf:

  • Münzen: 1, 5, 10, 25 und 50 Centavos, sowie 1 und 5 Pesos Convertibles
  • Banknoten: 1, 3, 5, 10, 20, 50 und 100 Pesos Convertibles

Wechselkurse

Der Peso convertible ist an den Kurs des US-Dollars gekoppelt. Zunächst war das Verhältnis 1:1. Am 9. April 2005 wurde der CUC dem Dollar gegenüber auf 1:1,08 aufgewertet. Vom Betrag in CUC wird eine Umtauschgebühr von 3 % abgezogen, so dass der Umtauschkurs bei 1:1,11341 lag. Dieser kann aber von Bank zu Bank leicht variieren. Seit dem 14. März 2011 gilt wieder ein paritätischer Wechselkurs von 1:1 zwischen dem Dollar und dem CUC. Damit sollen Importe verteuert und der Binnenmarkt gestärkt werden.

Peso cubano convertible
Staat:Kuba
Unterteilung:100 Centavos
ISO-4217-Code:CUC
Abkürzung:$

Aktueller Wechselkurs

Die Wechselkurse der anderen Währungen zum Peso convertible errechnet sich dementsprechend aus ihrem aktuellen Tageskurs zum US-Dollar sowie dem fixen Tauschverhältnis US-Dollar/CUC. Bargeld in US-Dollar wird von kubanischen Banken, im Gegensatz zu anderen Fremdwährungen, mit einem zusätzlichen Abschlag von 10 % aufgekauft.

Da der Peso convertible keine auf den internationalen Devisenmärkten gehandelte Währung ist, erfolgt bei Kreditkarten-Zahlungen die Abrechnung in US-Dollar. Dazu wird der bezahlte Warenpreis bzw. der von der kubanischen Bank ausgezahlte Barbetrag in der Kreditkartenabrechnung in US-Dollar umgerechnet. Von 2005 bis 2011 wurden daher bei einer Zahlung von 100 CUC somit 111,34 US-Dollar abgebucht. Dieses Verfahren verführt viele Kubareisende zu der irrigen Annahme, bei Kreditkartenzahlung wäre eine Extra-Gebühr von rund 10 Prozent fällig. Die Gebühren der einheimischen Kreditkartenfima für Auslandszahlung und Barabhebung werden noch zusätzlich fällig. Leider kennen auch die meisten Bankangestellten und Kassierer/innen in den staatlichen Wechselstuben diesen Sachverhalt nicht und bestärken so viele Touristen in ihrer Empörung über eine „12%ige Kommission“ beim Bezahlen oder Geldabheben mit Kreditkarte.

Der Wechselkurs zwischen dem Peso convertible und Peso Cubano ist auf derzeit 1:24 (Verkauf von CUC) bzw. 1:25 (Ankauf) festgeschrieben. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird eine Relation von 1:1 zwischen beiden Währungen angesetzt.

Geschichte

Als die kubanische Wirtschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in eine schwere Krise geriet, entschloss sich die kubanische Regierung 1993, den US-Dollar als Zahlungsmittel zu legalisieren. Dem wurde im Jahre 1994 der Peso convertible als einheimische Devisenwährung entgegengestellt.

Die Touristen, deren Zahl in den 90er Jahren stark zunahm, mussten nun (fast) alles in Dollar zahlen. Auf diese Weise sicherte sich der Staat eine ständig sprudelnde Devisenquelle. Für die Touristen entstanden ähnlich den Intershops in der DDR Dollarläden, in denen sog. „Luxuswaren“ (Waren, die nicht oder nur selten im Libreta-System erhältlich sind) gegen Devisen zu kaufen waren. Später wurde es auch den Kubanern erlaubt, dort einzukaufen. Da es dort viele Waren gab, die in den normalen Peso-Läden nicht erhältlich waren, entstand eine Parallelwährung, die jeder gern besitzen wollte. Tabak- und Zuckerrohrarbeiter bekamen eine Zeit lang einen Teil ihres Lohns in Dollar ausgezahlt.

Im Jahr 2004 wurde der US-Dollar als gültiges Zahlungsmittel in Kuba abgeschafft. Seinen Platz nahm nun vollständig der Peso convertible ein. Vordergründiges Motiv dürfte die bessere Ausschöpfung von Devisenquellen gewesen sein, da nunmehr kein Umtausch der in Kuba gültigen Zahlungsmittel im Ausland erfolgen konnte und nun entsprechende Transaktionsgebühren ausschließlich kubanischen Banken zufließen konnten. Am 8. November wurde der Wechsel vollzogen: Alle Bankguthaben wurden an diesem Tag ohne Abschläge in CUC umgewandelt. In der Praxis bedeutete die Umstellung jedoch eigentlich nur eine Namensänderung: Das Zwei-Währungssystem wurde beibehalten.  

Im Oktober 2013 veröffentlichte die kubanische Regierung eine Erklärung, in der sie die Zusammenführung der beiden parallel existierenden kubanischen Währungen ankündigte, ohne jedoch konkrete Angaben zur zeitlichen Umsetzung der dafür notwendigen Maßnahmen zu machen.


Siehe auch

Weblinks

Quellen

Bildernachweis