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Eurozone

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   Mitglieder der Eurozone
   WKM-II-Mitglieder
   EU-Mitglied mit festem Wechselkurs zum Euro (Bulgarien)
   EU-Mitglied mit freiem Wechselkurs zum Euro
   Nicht-EU-Mitglieder ohne Beziehung zum Euro
   Nicht-EU-Mitglieder, die den Euro benutzen
   Nicht-EU-Mitglieder mit festem Wechselkurs zum Euro (Bosnien und Herzegowina)

Als Eurozone (amtlich auch Euro-Währungsgebiet oder Euroraum) wird die Gruppe der EU-Staaten bezeichnet, die den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Zum 1. Januar 2015 hat mit Litauen das 19. EU-Land den Euro als offizielle Währung übernommen. Die Eurozone besteht damit derzeit aus 19 EU-Staaten und wird deswegen auch als Euro-19 bezeichnet.

Von den übrigen 9 EU-Staaten sind sieben verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die vereinbarten Konvergenzkriterien erreichen. Die EU und EZB halten derzeit keine davon für reif. Die einzigen Länder, die die Bedingungen erfüllen, Dänemark und das Vereinigte Königreich (Großbritannien) haben de jure bzw. de facto eine Ausstiegsoption.

Mitglieder der Euro-19
Land Einführung Ausnahmen
Belgien 1. Jan. 1999
Deutschland 1. Jan. 1999 Büsingen
Estland 1. Jan. 2011
Finnland 1. Jan. 1999
Frankreich 1. Jan. 1999 Neukaledonien
Französisch-Polynesien
Wallis und Futuna
Griechenland 1. Jan. 2001
Irland 1. Jan. 1999
Italien 1. Jan. 1999 Campione d’Italia
  Lettland 1. Jan. 2014  
Flagge Litauen  Litauen  1. Jan. 2015   
Luxemburg 1. Jan. 1999
Malta 1. Jan. 2008
Niederlande 1. Jan. 1999

ehemalige Niederländische Antillen:

Curaçao
Sint Maarten

BES-Inseln
Österreich 1. Jan. 1999
Portugal 1. Jan. 1999
Slowakei 1. Jan. 2009
Slowenien 1. Jan. 2007
Spanien 1. Jan. 1999
Zypern 1. Jan. 2008 Türkische Republik Nordzypern Türkische Republik Nordzypern

Für die Geldpolitik der Eurozone ist die Europäische Zentralbank zuständig und verantwortlich. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken der Staaten der Eurozone bildet sie das Eurosystem. Im Rahmen der Euro-Gruppe stimmen die Staaten der Eurozone ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik untereinander ab, allerdings ohne formale Entscheidungsbefugnis.

In einem weiteren Sinn umfasst der Begriff Eurozone auch noch weitere Staaten, die ebenfalls den Euro eingeführt oder ihre Währung an diesen gekoppelt haben.

Eurozone im weiteren Sinn

Staaten und Gebiete außerhalb der EU, die den Euro als Währung nutzen

Auch außerhalb der Europäischen Union benutzen einige Staaten den Euro als Währung. Diese meist sehr kleinen Staaten hatten teilweise zum Zeitpunkt der Euro-Einführung Abkommen mit einem EU-Mitgliedstaat über eine Währungsunion; teilweise verzichteten sie einseitig auf die Einführung einer eigenen Währung und ließen stattdessen Euro als Fremdwährung in Umlauf bringen (sog. Euroisierung). Die Staaten, die den Euro außerhalb der EU verwenden, nehmen nicht am Eurosystem oder der Euro-Gruppe teil. Auch wird die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern von der Europäischen Zentralbank bei der Festlegung ihrer Geldpolitik formell nicht berücksichtigt.

  • Mit formellen Abkommen

Mehrere Staaten außerhalb der EU benutzen den Euro als ihre offizielle Währung. Für eine Einführung, welche das Recht auf Prägung eigener Münzen umfasst, muss ein Abkommen mit der EU und einem Staat der Eurozone geschlossen werden. Solche Vereinbarungen gibt es mit Monaco, San Marino und dem Vatikan.

Solche Vereinbarungen wurden auch für zwei französische Überseegebiete geschlossen. Saint-Pierre und Miquelon vor der Küste Kanadas und Mayotte im Indischen Ozean, welche zum Zeitpunkt der Euro-Einführung nicht zur EU gehörten und dennoch den Euro als Währung benutzen dürfen. Sie dürfen jedoch keine eigenen Münzen prägen und Scheine drucken. Am 31. März 2011 wurde Mayotte als 101. Département Frankreichs Überseegebiet der Europäischen Union und damit Teil der Eurozone.

  • Ohne formelle Abkommen

Andorra besitzt keine eigenen Euromünzen. Verhandlungen zwischen der EU und Andorra über den offiziellen Status des Euro in Andorra blieben bislang ohne Ergebnis.

Montenegro und der Kosovo benutzen den Euro seit seiner Einführung. Eine Vereinbarung mit der EZB über die Verwendung des Euro besteht nicht. Im Kosovo ist außerdem noch der Serbische Dinar im Umlauf, welcher von den serbischen Minderheiten benutzt wird.

Mit der Einführung des Euro in Zypern haben auch die britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia, den Euro auch übernommen.

Seit der Aussetzung des Simbabwe-Dollar im April 2009 gilt der Euro auch in Simbabwe neben dem US-Dollar und dem Südafrikanischen Rand als gesetzliches Zahlungsmittel.

Staaten und Gebiete, die ihre Währung an den Euro gebunden haben

Einige Staaten haben ihre Währung zu einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Wirtschaftlich hat das ähnliche Auswirkungen wie eine einseitige Einführung des Euro, durch die Fortexistenz einer nominal eigenen Währung ließe sich diese Bindung jedoch etwa bei einer währungspolitischen Neuorientierung leichter aufheben.

Die Währung von Kap Verde ist an den Euro gebunden, weil der Kap-Verde-Escudo vor der Euroeinführung an den portugiesischen Escudo gebunden war. Die Währung von Bosnien und Herzegowina, die Konvertible Mark, war vor der Euroeinführung an die D-Mark gebunden, welche vom Euro abgelöst wurde. Der CFA-Franc und der Komoren-Franc, welche in früheren Kolonien Frankreichs benutzt werden, und der CFP-Franc, welcher in den französische Überseegebieten im Pazifik benutzt wird, sind an den Euro gebunden, da sie vorher an den französischen Franc gebunden waren.

Mit Bulgarien und Litauen haben bzw. hatten auch zwei EU-Mitgliedstaaten ihre Währung in einem festen Wechselkurs an den Euro gebunden. Der Lew, die bulgarische Währung, wurde 1999 im Verhältnis 1:1 an die Deutsche Mark gekoppelt, so dass die Währung heute einen festen Umrechnungskurs von 1,95583 BGN = 1 EUR hat. Die Einführung des Euro selbst scheiterte jedoch bislang an der bulgarischen Inflation, die zu hoch für die Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien ist. Der litauische Litas war seit 1994 erst an den US-Dollar gebunden, im Vorfeld des litauischen EU-Beitritts wurde er im Februar 2002 im Kurs von 1 EUR = 3,4528 LTL auf Euro umgestellt. Mittlerweile hat Litauen den Euro eingeführt.

Staaten der EU, die ihre Währung mit bestimmten Wechselkursbandbreiten an den Euro gebunden haben

Einige EU-Mitgliedstaaten haben ihre Währung nicht fest, sondern nur innerhalb einer bestimmten Wechselkursbandbreite an den Euro gebunden. Sie nehmen an einem Verfahren teil, nach dem ihre Zentralbanken intervenieren müssen, wenn der Wechselkurs um mehr als einen bestimmten Prozentsatz von einem zuvor festgelegten Leitkurs abweicht. Dabei handelt es sich um den sogenannten Wechselkursmechanismus II (WKM II), der bei der Euro-Einführung 1999 als Nachfolger des 1979 gegründeten Europäischen Währungssystems eingeführt wurde. Die mindestens zweijährige Teilnahme eines Landes am WKM II ist eine Vorbedingung zur Einführung des Euro.

Derzeit (Stand: Januar 2015) hat Dänemark die nationale Währungen über den WKM II an den Euro gekoppelt. Er sieht einen Schwankungsbereich der Wechselkurse zwischen Euro und jeweiliger nationaler Währung von ± 15 % vor. Dänemark hat darüber hinaus eine Vereinbarung mit der EU geschlossen, den Wechselkurs nur um ± 2,25 % schwanken zu lassen.

Zusammen mit Dänemark sind auch seine beiden Autonomiegebiete Grönland und die Färöer, die nicht der EU angehören, über den WKM II mit dem Euro verbunden. In Grönland wird die Dänische Krone benutzt, auf den Färöern die Färöische Krone, die 1:1 an die Dänische Krone gebunden ist.

Nicht-EU-Staaten, die ihre Währung über Wechselkursgrenzen an den Euro binden (Schweiz/Liechtenstein)

Die Schweiz hat, zusammen mit dem ebenso den CHF nutzenden Liechtenstein, einen eigenständigen Weg entwickelt, die Währung nicht zu sehr erstarken zu lassen. Angesichts der Abwertung des Euro mit der Schuldenkrise wurde der bis auf 1 Euro = Fr. 1.0451 (10. August 2011) gefallene Kurs als untragbar empfunden, weil es den Export der Schweiz lähmt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legte in der Folge 2011 einen Mindestkurs fest, der bei Fr. 1.20 liegt. Um das zu erreichen, wird der Franken in eine vorsätzliche Entwertung getrieben, indem solange Geld geschöpft wird und Euro gekauft werden, bis sich der gewünschte Kurs einstellt. „Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen“, teilte die SNB mit. Ziel sei „eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens“. Diese Maßnahme ist rein national, und erfolgt ohne jede Absprache mit der EZB (und damit keine eigentliche Koppelung). Die Schweiz hatte schon vorher den Euro gestützt, das aber 2010 aufgegeben. Man nimmt an, dass sich diese Stützungskäufe auf 160 Mrd. Euro beliefen.

Staaten mit einseitigem Wechselkursfluktuationslimit zum Euro
Land Währung ISO 4217 Leitkurs
(1 EUR =)
Kriterium Seit
Schweiz Schweiz
Liechtenstein Liechtenstein
Schweizer Franken CHF >= 1.20 Untergrenze SNB September 2011
Staaten, die ihre Währung über einen Währungskorb an den Euro gebunden haben

Verschiedene Staaten außerhalb der Europäischen Union haben die Wechselkurse ihrer Währung an Währungskörbe gebunden, an denen neben anderen Währungen auch der Euro beteiligt ist. Dies gilt etwa für den marokkanischen Dirham, dessen Wechselkurs zu 80 % vom Euro und zu 20 % vom US-Dollar abhängig ist. Auch der russische Rubel ist an einen Währungskorb gebunden, der zu 45 % vom Euro und zu 55 % vom Dollar abhängig ist. In ähnlicher Weise hängt der chinesische Renminbi von einem Währungskorb ab, an dem der Euro beteiligt ist, wenn auch zu einem deutlich niedrigeren Anteil als der US-Dollar.

Auch das Sonderziehungsrecht (SZR) des Internationalen Währungsfonds ist an einen Währungskorb gekoppelt, in dem im Zeitraum 2011 bis 2015 der Euro mit einem Gewicht von 37,4 % vertreten ist (neben dem US-Dollar, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund als weiteren Währungen). Währungen wie der Uganda-Schilling, die an das SZR gekoppelt sind, hängen somit ebenfalls indirekt vom Euro ab.


Quellen

Bildnachweis

Weblinks